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chnitt.Der Landmann ver
tößt
ich wider die Sprachlehre mei
tens bey dem Mittelworte vergang. Zeit wirkender Bedeutung. Was die Verkehrung des l in ein u bey dem männlichen Ge
chlechte betrifft, kann man, wie in der Vorrede i
t gemeldet worden, der überhandgenommenen Gewohnheit darum de
to leichter nachgeben, weil auch die Illyrier ein gleiches thun, und an
tatt l ein o
etzen, z. B. vidio je, er hat ge
ehen, und nicht vidil, was doch un
treitig das grundregelmäßig
te i
t. Wobey man zu bemerken hat, daß die Illyrier am Ende der Wörter mei
tens ein o
etzen, wo die Windi
chen ein u haben, wie es eben im berührten Bey
piele ge
chieht, welches wir al
o
chreiben: vidiu je, er hat ge
ehen.
Der größte Fehler be
teht aber in der Aus
prache des jenigen Buch
taben, der vor dem u
teht. Die
e i
t in der 1. Abwandlung das a, in der 2ten das e, in der 3ten das i. Aus die
en wird be
onders das e, auch bisweilen das i bey einigen Zeitwörtern mit Rechte viel ver
chlucket, oder doch
tumm ausge
prochen;
oll aber niemals in einen andern Buch
taben verwandelt werden. Z. B. Tliezhem, ich
to
e,
em tliekeu, nicht tliekuv; weil ja nur ein kurzes und
tummes e, wie dergleichen auch bey den Haupt= und Beywörtern ge
chieht, in der fernern Abwandlung pflegt ausgela
en zu werden, wie tliekla, tliekli &c.
on
t müßte man
agen tliekula.
Al
o auch
kerbim, ich
orge,
em
kerbeu:
preche man aber nicht
kerbou; denn das e i
t charakteri
ti
ch, wie aus der fernern Abwandlung erhellet:
em
kerbela,
mo
kerbeli,
kerbeti.
Ingleichen
hli
him, ich höre, hat
em
hli
hau,
mo
hli
hali,
hli
hati. Bey dem gemeinen Manne aber wird man es al
o verderbt hören:
em
hli
huv oder
hli
hou,
mo
hli
heli: wie etwann bey den gemeinen Deut
chen: roit oder kroit an
tatt reut;
te
en,
toä
en an
tatt
to
en; hätzen oder haätzen an
tatt heizen.
Bey der nämlichen vergangenen Zeit fehlen die gemeinen Leute noch in dem, daß
ie auch in dem weiblichen und ungewi
en Ge
chlechte einfacher Zahl, und in zweyf. Zahl bey dem männl. Ge
chlechte ein v an
tatt e brauchen und
agen, z. B. Ona je sele sazverva,
ie hat das Kraut eingebrennt, an
tatt sazverla von sazvrem. Bey einigen Wörtern kömmt es gar abge
chmackt heraus; wie hierinnen: Be
ieda je v' nami prebivava an
tatt prebivala das Wort hat in uns gewohnet. Letu mo
htvu je zhuvu, an
tatt zhulu, dieß Mannsbild hat gehört.
Die
er Fehler ein v oder u an
tatt l zu
etzen er
trecket
ich auch auf ver
chiedene Haupt= und Beywörter. Bey einigen habe ich, zwar wider meine Neigung, die 1. Endung betreffend der eingei
enen Gewohnheit etwas nachgegeben. Doch
olle man
olche Gewohnheit nicht ver
chlimmern, und nicht mehr Buch
taben
ammt dem Klange verderben, wie es einige thun, die z. B.
chreiben:
Kosou oder kosuv an
tatt kosel oder doch koseu, ein Bock. Mi
uv an
tatt mi
el oder mi
eu, Gedanken: wo doch un
treitig ein e an
tatt o oder u
eyn muß.
Schreibe man al
o kotel, Ke
el; orel, Rab; o
el, E
el; vogel, Eck, Kohle; vosel, Knopf; sibel, Wiege; kopel, Bad; debel, dick; medel, mager; mersel, kalt; vedel, faul; ve
iel, freudig; u. d.
Oder wenn
ich einer doch nach der gemein
ten Redensart etwas richten will, könnte er
chreiben: koteu, sibeu, medeu &c. doch nicht kotou, sibou &c. Auch bey manchen ein
ylbigen i
t regelmä
iger das l als u. Al
o kol, Stock; mol, Motte;
tol, Stuhl;
ol, Salz; vol, Ochs; diel, Theil; biel, weiß; ziel, ganz, u. a.
Noch viel mehr
oll man bey
olchen Wörtern in der fernern Abänderung auch in der einf. Zahl das l beybehalten. Al
o hat man zu
chreiben: kosla, orla, mi
li, sibeli, mersla, merslega, vola,
oli &c. und nicht: kosva, mersva, vova &c.
Dem bisher be
trittenen Mißbrauche, der auch in Anfang und in die Mitte vieler Wörter einge
chlichen i
t, werden ge
chicktere und gelehrtere Leute durch widriges Bey
piel,
oviel möglich i
t, Einhalt thun; be
onders in folgenden Fällen.
Nach dem b, d, g, h, k, m, p,
,
h, s, sh, t, zh
oll man kein u
etzen, wofern die
es mit einem darauf folgenden Selb
tlauter einen fal
chen Doppellauter machen
ollte, wie ua, ue, uo;
ondern da muß an
tatt des u ein l
eyn. Al
o i
t zu schreiben: blatu, Moos; vedla, eine faule; glava, Kopf; od megle, von der Wolke; hlazhe, Ho
en; klobuk, Hut; mlatim, ich dre
che; planina, Alpe;
lova, Urlaub;
hlatam, ich greife; sla
ti,
onderlich; shlahten, edel; tlazhim, ich drucke; zhlovek, Men
ch; u. m. d.
Fehlerhaft wäre es aber, wenn man
chriebe: buatu, megue,
uova, zhuovek &c.
Noch irriger thun jene, die unter folgenden Wörtern keinen Unter
chied machen: wie
Kla
s, eine Aehre; kva
s, Sauerteig.
Plut oder plot, Zaun; put Schweiß.
Isloshenje, Auslegung; isvosenje, das Ausführen.
Vlaga, Brühe, Saft; vaga, Wage.
Bey den er
tern das l ausla
en, verur
acht ja eine Zweydeutigkeit.
Ein ziemlich gemeiner Fehler i
t auch, daß man das Verneinungswörtlein ne nur wie na aus
pricht, auch wenn es mit einem andern Worte zu
ammgefügt wird. Al
o hört man: na vosi an
tatt ne vosi, führe nicht. Das er
te heißt eigentlich auf dem Wagen, oder zu
ammge
etzt navosi, führe an. Welche Zweydeutigkeit! Und wenn
chon die
e nicht ent
tünde,
o i
t es doch
ehr tadelhaft, da man zwi
chen einem und andern Wörtlein von
o ver
chiedener Bedeutung die
o leichte als erfoderliche Unter
cheidung vernachlä
iget.
Unnütz i
t es auch dem Verneinungswörtlein ein k oder ke vorn anzuflicken, wie einige
prechen: Kena dirjai, fahr nicht im Trabe; Kna oder kne jigrai,
piele nicht;
ondern man
preche rein: ne dirjai, ne jigrai.
In der gebietenden Art la
en einige bey der 1. Abwandlung ein e an
tatt a hören. Z. B. Nizh ne marei
e sa nja, frage nichts um ihn. Bareimo, la
et uns fragen; deite, gebet. Dieß i
t offenbar fal
ch, und muß ja nur hei
en: ne marai
e, baraimo, daite.
Oft hingegen wird in der
chlechten Aus
prache be
onders bey den Zeitwörtern ein a an
tatt e gehört, und dieß durch die ganze gegenw. Zeit, al
o tepam, tepa
h &c. oder gar tapam, an
tatt tepem, tepe
h &c. ich
chlage. Auch in dem Mittelworte leidender Bedeutung, wie vuzhan an
tatt vuzhen. Unrecht
agen auch manche: ta an
tatt te, der, die
er.
Noch
chlimmer i
t die Verderbung der Aus
prache an den nördlich= ö
tlich= und
üdlichen Strecken von Völkermarkt, allwo die gemeinen Leute bey gar vielen Wörtern an
tatt des e ein a; an
tatt a aber ein niederes o, oder deut
ches a, und zwar an der Nord
eite mei
tens durch die Na
e mit einer matten Zunge hören la
en: wo doch
on
t die
lavi
chen Sprachen vielmehr eine Hurtigkeit ohne
olchen Na
enton erfodern.
Beym Gebrauche einer natürlichen Hurtigkeit aber
oll man
ich hüten, daß man die Selb
tlauter i, o und u auch am Ende nicht zu
tumm aus
preche, oder gar verbeiße, wie es in gemeiner Rede
chon gar zu
tark überhandgenommen hat. Daher es dann kömmt, daß ein ob
chon in der Sprachlehre ziemlich erfahrner Neuling doch einen gemeinwindi
ch redenden hart ver
teht; der al
o windi
ch redende aber
elb
t nicht weiß, was für Buch
taben er am Ende braucht, und folglich
eine Worte, da er auch
on
t des Schreibens kündig wäre, nicht zu Papier bringen kann, wenn er in der windi
chen Sprachlehre nicht erfahren i
t.
Jenes i
t doch nicht für fehlerhaft zu rechnen, da man bey einigen, be
onders ein
ylbigen Wörtern, manchen Buch
tab in der Abänderung ohne Erfoderung der Regel geändert
indet. Z. B. Bug, Gott; Boga &c. an
tatt Buga. Ku
t, Bein; ko
ti. Lie
s, Holz; le
a. Mu
t, Brücke; mo
ta. Muzh, Macht; mozhi. Nuzh, Nacht; nozhi. Riezh, Sache; rezhi. Rug, Horn; roga. ,Snieg, Schnee;
nega. Vrie
s, Heide, Heldach, vre
a, u. n. a. Dergleichen Aenderung hat der allgemeine Gebrauch gerechtfertiget.